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News from our Alums: Sylvia Rieger (PhD 2001)  -  Von Montréal nach Berlin

Submitted by Michael Neininger on October 21, 2021 - 11:03am

Seit 2014 wohne ich nun mit meinem Sohn Miles in Berlin, nachdem wir nach sechs Jahren in Montréal zurück nach Deutschland gezogen sind.

Seit 2016 bin ich in an der TU Berlin als sog. Lehrkraft für besondere Aufgaben tätig und arbeite freiberuflich an der FU für die Austauschprogramme FUBEST und FUBiS. Im Oktober 2021 beginnen an der TU nach drei Semestern reinen Onlineunterrichts die Kurse nun wieder in Präsenz bzw. hybrid.

Mit letzterem machte ich schon gute Erfahrungen, als ich im September einen Intensivkurs an der TU unterrichtete, da man auf diese Weise die Vorteile des Online- und des Präsenzunterrichts kombinieren kann.

Seit 2016 leben wir auch im Prenzlauer Berg nach zwei Jahren in Kreuzberg. Wir sind soz. in den Prenzlauzer Berg „gentrifiziert“ worden, nachdem schon 2016 in Kreuzberg keine Wohnung zu einem akzeptablen Preis in einer einigermaßen zentralen Lage mehr zu finden war. Und obwohl der Prenzlauer Berg eines der Epizentren der Gentrifizierung in Berlin war und ist, hatten wir Glück, eine noch einigermaßen bezahlbare Wohnung im Winsviertel, unweit des Kollwitzplatzes, zu finden. Der Prenzlauer Berg ist schön ohne Frage, wenn auch abends mancherorts das Leben dem frühen Schließen der Lokale aufgrund der Anwohner weichen muss. Allerdings nach dem Lockdown drängt es sogar letztere am Abend in Scharen nach draußen in die Restaurants.

Es fiel mir eigentlich unerwartet leicht, mich nach 14 Jahren im Ausland an Berlin zu gewöhnen – von dem manchmal sehr ruppigen Ton der Berliner abgesehen. Aber die Stadt hat einfach so viel zu bieten.  So gehe ich oft und gerne ins Theater, vor allem in die Schaubühne oder ins Berliner Ensemble. Ersteres ist ohne Frage mein Lieblingstheater und nach Monaten des Kulturkomas bedingt durch die Pandemie sind die Theaterkarten noch heißer begehrt als sonst. Auch findet man natürlich oft interessante Ausstellungen in den vielen Museen. Seit August ist endlich die Neue Nationalgalerie wieder eröffnet und ich kann Ernst Ludwig Kirchners „Potsdamer Platz“ von 1914 oder Otto Dix‘ „Flandern“ wie früher im Original bestaunen.

Und natürlich die Philharmonie! So hatte ich Glück im März 2021 das erste öffentliche Konzert der Berliner Philharmoniker seit Beginn der Lockdownphasen im März 2020 miterleben zu dürfen.

Ansonsten ist Berlin einfach eine Fahrradstadt, vielleicht nicht so exzellent mit Fahrradwegen ausgestattet wie Amsterdam oder Kopenhagen, aber doch generell sehr gut mit dem Fahrrad zu navigieren.

Während des Lockdowns, als viele Sportstätten in Berlin geschlossen waren, entdeckte ich die Stadt neu auf dem Fahrrad, sei es auf Teilen des Mauerweges, rund um den Wann- oder Tegeler See oder in Richtung Rummelsburg und Köpenick. Bis heute benutze ich fast nur das Fahrrad als Transportmittel, auch der Weg vom Prenzlauer Berg bis zum FU Campus Lankwitz ist jetzt Teil meines wöchentlichen Weges zur Arbeit. Und da Berlin relativ milde Winter hat, kann man das Fahrrad fast das ganze Jahr benutzen.

Wenn es aber doch unwirtlich in Berlin wird, wegen des trüben Herbstwetters oder weil man einmal zu oft als Radfahrer von den netten Berliner Autofahrern beschimpft wird, fliehen mein Sohn und ich für eine kurze Weile nach Wien. Hier läuft alles einen Takt ruhiger, die Leute lächeln einen zuweilen an (!) und das Wetter ist generell sonniger. Mit dem Nachtzug übrigens bequem von Berlin aus in 11 Stunden zu erreichen!

 

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